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Warum sollten Kinder programmieren lernen?

Diese Frage kommt oft: Es geht nicht darum, dass in Zukunft alle Programmiererinnen und Programmierer werden. Aber Programmierfähigkeiten sind mehr als „nur” Code schreiben: Es fördert analytisches Denken, Problemlösefähigkeit und verbessert die Zukunftschancen. Die Kinder lernen in der Schule auch Bio, Physik etc. und wir nicht automatisch Physiker. Denn Programmierkenntnisse werden in immer mehr Berufen wichtig – nicht nur im klassischen IT-Bereich. Deshalb geht es um Chancengleichheit, und nicht nur darum Fachkräfte für die Software-Industrie zu rekrutieren.

Nicht zuletzt Angela Merkel hat folgendes auf der Cebit 2017 gefordert.

„Das wird heißen: neue Formen der Bildung, zum Beispiel in der Schule – Digitalisierung der Schulen, Zugriff auf Clouds, Ausstattung mit Computern und die Vermittlung der Fähigkeit zu programmieren als eine Grundfähigkeit neben Lesen, Schreiben, Rechnen. Ich sage allerdings immer dazu: Lesen, Schreiben, Rechnen bleiben notwendige Grundfähigkeiten; das Programmieren kommt aber noch dazu. Nicht dass irgendetwas anderes wegfällt; das können wir den jungen Leuten nicht versprechen.“

1. Programmieren lernen von zu Hause aus

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zu Hause, programmieren zu lernen und spielerisch zu üben. Darunter Apps, Online-Plattformen oder Lernspielzeug:

  • Start-coding: altersgerechte Übungen und Tutorials für Kinder und Jugendliche. Außerdem gibt es eine tolle Übersicht über Projekte und Initiativen rund um Informatik, ums Programmieren, Elektronik und Roboter. Unter anderem finden Kinder hier Möglichkeiten, sich zu treffen, um gemeinsam zu tüfteln, aber auch Webseiten zum Thema. Start-coding wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.
  • code.org: Spiele, mit denen Kinder programmieren lernen können. Auf code.org finden sich viele kleine Kurse für Schüler verschiedenen Alters. Dabei gibt es Übungen, die ohne Computer durchgeführt werden, Erklär-Videos und kleine Übungsspiele, in denen das Gelernte dann angewendet wird.
  • Lightbot: App für Kinder (Englisch, kostet ca. 3 US-Dollar), mit der sie spielerisch die Grundlagen des Programmierens lernen. Die Kids schicken einen kleinen Roboter auf einen vorgegebenen Weg, indem sie aus einfachen visuellen Bausteinen die richtigen Befehlsketten konstruieren. Die Befehlsketten werden dabei von Level zu Level komplexer.
  • Dash: ein echter Roboter zum Programmierenlernen. Sie brauchen nur ein kompatibles Tablet oder Smartphone und schon kann Ihr Kind das ABC des Programmierens lernen, indem es den Lernroboter tanzen, singen und durch das Haus düsen lässt. Ganz nebenbei werden Grundsätze aus Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik vermittelt.

 

2. Programmiersprachen für Kinder

Programmiersprachen sind künstliche Sprachen zur Verständigung zwischen Mensch und Computer. Sie sind das wichtigste Werkzeug, um dem Rechner verständlich zu machen, was er tun soll. In diesen Sprachen werden Betriebssysteme, Anwendungen, Spiele, Apps, Webseiten und vieles mehr geschrieben.

Es gibt hunderte Programmiersprachen, doch wenige davon sind weit verbreitet und haben eine wirtschaftliche Bedeutung. Visuelle Programmiersprachen sind verhältnismäßig einfach zu lernen, andere dagegen bestehen aus reinem Text und sind eher komplex.

Auf diesen Plattformen können Kinder sich Schritt für Schritt an verschiedene Programmiersprachen heranwagen:

  • scratch.mit.edu/: „Scratch“ ist eine beliebte visuelle Programmiersprache. Auf dieser Webseite können Kinder lernen, eigene interaktive Geschichten, Animationen, Spiele, Musik-, und Kunstwerke mit „Scratch“ zu programmieren. Es gibt außerdem eine Offline-Version.
  • Codecademy: Wer sich an eine Programmiersprache heranwagen möchte, in welcher der komplette Code selbst geschrieben werden muss, für den eignen sich Plattformen wie Codecademy. Nachdem man sich auf der Plattform registriert hat, kann man dort kostenlos verschiedene wichtige Programmiersprachen wie Python, PHP, jQuery, JavaScript, AngularJS, Ruby,  HTML und CSS lernen. Da viele Kurse nur auf Englisch verfügbar sind, ist die Codecadamy eher für ältere Kinder und Jugendliche zu empfehlen.
  • Open Roberta: führt in das Programmieren von Robotern ein. Auf der Cloud-Plattform „Open Roberta Lab“ lernen Kinder die einfache visuelle Programmiersprache „NEPO“ und können ihre Programmierfähigkeiten durch einen virtuellen Roboter testen lassen, der simuliert, wie ein echter Roboter auf das selbstgeschriebene Programm reagieren würde. Wer einen eigenen EV3-Roboter hat, findet eine Anleitung, wie er diesen programmieren kann. Allerdings sind Aufbau und Bedienung des echten Roboters sehr komplex, also eher für Jugendliche und Erwachsene geeignet. Ein Projekt vom Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS).

 

Auf der Seite des Vereins „Bildung, Innovation, Migration, Soziale Exzellenz“ gibt es dazu ein inspirierendes und verständliches Handbuch: Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr).

 


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